Mainzer Filmstudenten auf FLUXUS-Spuren

 

Mainzer Filmstudenten auf FLUXUS-Spuren.

Die Filmstudenten der Mainzer FH sind auf FLUXUS-Recherche gegangen und haben - basierend auf Event-Scores - eigenständige Arbeiten und Filme entwickelt.

Julian Frees setzt sich mit dem frühen Event-score „Variations for Double Bass“ (1971) von Ben Patterson auseinander. Oleksey Zenin geht in seiner Arbeit der Fernsehoberfläche auf den Grund und Alexander von Velsen bearbeitet Klangphänomene. Niklas Philip schließlich rundet das Geschehen mit seinen live-events ab. Die Arbeiten sind entstanden im Studiengang Zeitbasierte Medien bei Prof. Hartmut Jahn: „Fluxus war ein sehr radikaler Moment zu Beginn der sechziger Jahre, der vielen Augen und Ohren geöffnet hat. Häufig ist es gut, einen Blick zurück zu werfen, ins Analoge. Fluxus war das erste selbstorganisierte internationale Netzwerk von Künstlern, das intermedial künstlerische Gattungsgrenzen überschritt und event-scores (Anleitungen zu events) für jeden zugänglich machte. Aus heutiger Sicht sind die Fragen nach Open-source, Re-enactmen und Vernetzung nach wie vor aktuell und brisant, allerdings digital und webbasiert.“

Eingerahmt wird das Programm von den Filmen „The Misfits - 30 Jahre Fluxus“ von Lars Movin (18.00 Uhr) und „Schalten Sie Ihren Fernseher ab! - 40 Jahre Fluxus“ von Hartmut Jahn. Im Rahmen der Veranstaltungen „FLUXUS 50“ ist das Programm zu sehen in der

CALIGARI FilmBühne Wiesbaden, Donnerstag, 28.06.2012   20:00 Uhr

Schalten Sie Ihren Fernseher ab! – 40 Jahre Fluxus

D 2004  Regie: Hartmut Jahn

Eine Japanerin schwebt als Heiliger Geist durch ein Kirchenschiff – ihr Kleid besteht aus Tausenden von raschelnden Papierwürfeln. Ein New Yorker hat die DNA seiner Freunde aufgekauft. Er kombiniert ihre positiven Eigenschaften: die der Freundin mit der doppelten Niere mit dem besten Lover. In Nizza liegt halbnackt mit Kugelbauch ein 70-jähriger Mann im Schaufenster. Die Menschentraube davor gehört zum Konzept. Alle drei sind Künstler einer Bewegung, die seit Ende der 1950er Jahre das Bild einer Welt revolutionierte. 1962 wurde im Wiesbadener Museum vor Publikum ein Konzertflügel zerlegt. Dieser Tabubruch war der öffentliche Markstein für eine Kunstrichtung: Fluxus. Eine Bewegung als Lebensform, die Kunst und Leben zusammenführt.

Der Film beschreibt die Aktualität der künstlerischen Haltung im Jahr 2002 und zeichnet den Wirkungskreis ihrer Protagonisten nach – eine lebendig erzählte Geschichte der letzten 'Bewegung' in der Bildenden Kunst des 20. Jahrhunderts.

 

 

 

 Fotos:

©  Hartmut Jahn  / VG Bild-Kunst

Willem de Ridder, Amsterdam
Ben Vautier, Nizza

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